Der Zehntkeller ist für mich schon lange wie eine zweite Heimat – schon meine Ausbildung absolvierte ich hier und durfte das familiäre Miteinander immer genießen. Im Anschluss an die Lehre zog es mich, wie so viele andere Köche, zunächst hinaus in die Welt: Nach einer Station im Niemeyers Romantik Posthotel in Müden bei Faßberg ließ ich mich zum staatlich geprüften Hotelbetriebswirt fortbilden und schaffte es anschließend als Trainee ins Althoff Seehotel Überfahrt in Rottach-Egern am Tegernsee. Dort arbeitete ich unter anderem im berühmten Restaurant Überfahrt als Demi Chef unter Drei-Sterne-Koch Christian Jürgens, der als einer der besten Köche Deutschlands natürlich großen Anteil an meinem heutigen Können hat. Was ich auf Reisen gelernt habe, setze ich nun mit einem großartigen Team im Zehntkeller in Iphofen für unserer Gäste um.

Ihre gastronomische Philosophie in drei Worten
Geradlinig. Bodenständig. Ehrlich.

Beschreiben Sie Ihre/n Küche/Küchenstil kurz und knapp
Die Regionalität, für die Franken steht, soll sich in jedem unserer Gerichte widerspiegeln. Der Gast soll schließlich merken, dass er nun in Franken angekommen ist. Unsere Küche steht dabei aber eher für eine weltoffene Regionalität, die natürlich auch für andere Einflüsse offen ist. Unser Anspruch ist dabei, die natürlichen Aromen der Produkte zu erhalten und diese miteinander zu verbinden.

Wo beziehen Sie Ihre Produkte?
Unser erster Ansprechpartner ist stets die Region. Um unsere langjährigen Partner wie Bäcker, Metzger, Jäger, Spargelbauern, Gemüselieferanten sowie das hauseigene Weingut ist ein Gerüst des Vertrauens und gegenseitiger Verlässlichkeit entstanden, durch das die kontinuierliche Produktqualität gewährleistet ist.

Was war Ihr Lieblingsessen in der Kindheit?
Als Kind der Region stammt mein Lieblingsessen natürlich ebenfalls von hier: Krustenbraten, Wirsing und Kloß.

Und wobei werden Sie heute schwach?
Frische Pasta! Auch gerne bei den Kollegen. Auswärts gehe ich ohnehin häufig essen. Sei es, um einfach mal abzuschalten, oder, um mich auf dem Laufenden zu halten. Man muss schließlich wissen, was bei den anderen Köchen so los ist und die eigenen Netzwerke pflegen. Ich mag es aber auch, den eigenen Beruf einfach mal Beruf sein zu lassen und die Kochkunst der Kollegen zu genießen. Zuhause sieht das allerdings anders aus: Da stehe ich am Herd und verwöhne meine Freundin.

Was schmeckt Ihnen gar nicht?
Was für mich gar nicht geht, sind Lakritz und Schokolade. In der Küche nutze ich die Schokolade natürlich schon, doch selbst würde ich mir keine kaufen. Wenn es schon Süßigkeiten seien müssen, dann doch bitte Gummibärchen!

Was ist das Schönste, was in einem Restaurant passieren kann?
Das Schönste, was in einem Restaurant passieren kann, sind natürlich glückliche Gäste. Wenn sich die Gäste im Anschluss an das Essen bedanken, ist das für mich immer eine große Auszeichnung. Vor allem, wenn sich der Dank nicht nur auf die Küche bezieht, sondern auf einen rundum gelungenen Abend. Deshalb mache ich auch die abendliche Restaurantrunde so gern. Das persönliche Miteinander mit meinen Gästen ist mir einfach sehr wichtig. Dabei bekomme ich schließlich direktes Feedback und kann auf eventuelle Kritik sofort reagieren. Das spiegelt auch die familiäre Philosophie des Hauses, die durch den persönlichen Kontakt zum Gast getragen wird.

Und was sollte auf gar keinen Fall ein einem Restaurant passieren?
Wenn die Technik verrücktspielt oder gleich komplett versagt. Sei es nun die Kasse oder in der Küche.

Geht Liebe wirklich durch den Magen?
Ja! Gutes Essen bereitet schließlich echte Glücksgefühle