Simon Oehen, 35 Jahre alt, lässt keine Zweifel darüber offen, was er für eine gute Küche braucht: viel Hingabe, Fleiß und Leidenschaft. Seine Küche bezeichnet er als schnörkellos, unverfälscht und ehrlich. In der «Burgerstube» setzt er auf eine traditionelle, währschafte Küche. Im «Sauvage» erkocht er sich zusammen mit seiner Crew täglich die 14 Gault- Millau Punkte mit viel Liebe fürs Detail. «Es muss nicht immer Kaviar sein» ist eine seiner Maximen.

12 Fragen an den Küchenchef

Wo haben Sie kochen gelernt? 
Zuhause bei meiner Mama! Ich war von klein auf vom kochen fasziniert und schaute meiner Mama immer beim kochen zu! Später half ich natürlich selber mit und hatte dann einen kleinen Kochherd mit zwei kleinen Platten. Da kochte ich zum „Zvieri“ Porridge (warmer Haferflockenbrei)

Ihre gastronomische Philosophie in drei Worten
Saisonal, kreativ, und man darf nie vergessen: man kocht nicht für sich selber, sondern für die Gäste!

Beschreiben Sie Ihren Küchenstil kurz und knapp
Mit qualitativ hochwertigen, einfachen Produkten etwas neues, unerwartetes kreieren. Ich sage immer, das ist viel schwieriger, als mit den teuersten Produkten zu imponieren.

Wo beziehen Sie Ihre Produkte?
Ich habe ein super Netzwerk aus regionalen Lieferanten, wir haben in Luzern sogar jemand der unter dem gütsch Hügel in einem Tunnel Käse affiniert. Ich habe einmal die Woche Gemüselieferung vom Bauern. Wir haben im Luzerner Hinterland einen Metzger, der mir Luzerner Wasserbüffelfleisch liefert.
Und etwas ganz schönes ist mein kleiner Dachgarten auf dem Hoteldach. Dort habe ich Kräuter und viel Blumen zum dekorieren. Frischer kann man es fast nicht haben.

Was war Ihr Lieblingsessen in der Kindheit?
Die Lasagne meiner Mutter

Was haben Sie zu Hause immer im Kühlschrank?
Käse, Oliven, und Butter!

Was schmeckt Ihnen gar nicht?
Stangensellerie, weisser Pfeffer

Ärgern Sie sich über Kritik?
Wenn sie unberechtigt ist schon, über konstruktive Kritik „freue“ ich mich, denn nur so können wir uns verbessern und den Gast besser verstehen

Was ist das Schönste, was in einer Küche oder in einem Restaurant passieren kann?
Die Komplimente & das Lob der Gäste. Dafür arbeiten wir täglich hart! Wenn der Gast glücklich & zufrieden ist, dann ist das doch die schönste Bestätigung für unseren täglichen Einsatzt

Und was darf in einer Küche niemals schief gehen?
Es kann immer mal was schief gehen! Aber ja klar, wenn man ein Bankett mit 80 Personen serviert und es hat beim anrichten plötzlich zuwenig Fleisch! Das wäre schon eine kleine Katastrophe. 

Was wäre Ihre Henkersmahlzeit?
Ein dutzend Austern mit Roggenbrot, Echalotten & Zitronensaft

Geht Liebe wirklich durch den Magen?
Ich behaupte ja! Zu einem gelungenen „Date“ gehört ja auch ein feines Essen! Wenn das nicht schmeckt kommt der Rest auch nicht gut! 😊